In patientennahen Risikozonen darf nur desinfizierbare, glatte Dekoration eingesetzt werden. Empfangs- und Wartebereiche dagegen eignen sich für hochwertige, wartungsfreie Kunstbäume und versiegelte Wandbilder. Jede Entscheidung läuft über den Hygieneplan und die Hygienefachkraft der Einrichtung. Wartungsfreie Optionen wie die Bäume von Najama kommen für geeignete Zonen infrage, die Freigabe bleibt Sache der Klinik.
Kurz gesagt:
- § 23 IfSG verlangt schriftliche Infektionshygieneregeln im Hygieneplan; wer den Empfehlungen der KRINKO folgt, dem wird die Einhaltung des wissenschaftlichen Stands vermutet.
- Geeignet sind glatte, porenfreie Oberflächen; Lieferanten sollten vor dem Kauf eine Reinigungsanleitung, Desinfektionsmittelbeständigkeit sowie Angaben zu Schadstoffen und Emissionen vorlegen.
- Im OP und auf Intensivstationen bleibt zusätzliche Dekoration tabu; Behandlungsräume vertragen nur wenige desinfizierbare Accessoires, während versiegelte Druckplatten in Wartebereichen möglich sind.
- Vor der Installation sollte die Hygienefachkraft Materialdatenblatt, Reinigungsanleitung und Reinigungsintervall prüfen; eine benannte Person übernimmt danach die laufende Kontrolle des Objekts.
- Najama nennt für Kunstbäume keine Pauschalpreise; die Modelle werden individuell angeboten, und eine Mietlösung ermöglicht Kliniken zunächst einen zeitlich begrenzten Praxistest.
Inhaltsverzeichnis
- Rechtlicher Rahmen und Hygieneanforderungen: IfSG §23 und KRINKO
- Materialanforderungen und Reinigung: Checkliste für Einkäufer
- Deko-Ideen nach Klinikzone: Wand, Tisch und Grünpflanzen
- Fachliche Begründung: KRINKO-Praxis und Herstellerbelege
- Design und Hygiene dauerhaft vereinen: Eine redaktionelle Einordnung
- Najama: Wartungsfreie Kunstbäume für geeignete Klinikbereiche
- FAQ
- Quellen
Rechtlicher Rahmen und Hygieneanforderungen: IfSG §23 und KRINKO
Wer eine Klinik oder vergleichbare medizinische Einrichtung leitet, muss innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene schriftlich festlegen. Das verlangt §23 des Infektionsschutzgesetzes, und zwar im Hygieneplan der jeweiligen Einrichtung. Wer sich dabei an die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention hält, der KRINKO, dem wird die Einhaltung des Standes der medizinischen Wissenschaft vermutet. Das ist kein bürokratisches Detail, sondern die Grundlage jeder Deko-Entscheidung.
Die KRINKO stellt dabei klare Anforderungen an Oberflächen in patientennahen Bereichen. Sie müssen sich desinfizierend reinigen lassen und gegen zugelassene Flächendesinfektionsmittel beständig sein. Glatt, porenfrei, chemikalienfest: Das sind die drei Eigenschaften, an denen sich jedes Dekoobjekt messen lassen muss.
Reinigung und desinfizierende Flächenreinigung sind dabei zwei unterschiedliche Dinge. Reinigung entfernt Schmutz, desinfizierende Flächenreinigung reduziert zusätzlich die Keimzahl auf ein unbedenkliches Maß. Welche Variante wo nötig ist, hängt vom Risikoprofil des Raums ab.
Daraus ergibt sich eine klare Zonierung:
- OP-Säle und Intensivstationen gelten als Hochrisikobereiche mit den strengsten Vorgaben.
- Behandlungs- und Untersuchungsräume erfordern desinfizierbare, reduzierte Ausstattung.
- Empfangs- und Wartebereiche erlauben mehr gestalterischen Spielraum, solange Oberflächen reinigungsfähig bleiben.
In Risikobereichen kann die Hygienekommission zusätzlich verlangen, dass jede installierte Dekoration eine schriftliche Freigabe erhält und in den Reinigungsplan aufgenommen wird. Lieferanten liefern dafür Materialdatenblätter und Reinigungsprotokolle.
Materialanforderungen und Reinigung: Checkliste für Einkäufer
Desinfizierbar heißt in der Praxis: glatte Oberfläche, keine Poren, Beständigkeit gegen die in der Einrichtung zugelassenen Flächendesinfektionsmittel. Poröse oder textile Materialien erfüllen diese Anforderung grundsätzlich nicht, da sich Erreger in Poren und Fasern festsetzen können.
Wer Dekoobjekte für eine Klinik einkauft, sollte vom Lieferanten verlangen: eine Reinigungsanleitung, einen Nachweis der Beständigkeit gegen Standard-Desinfektionsmittel sowie Angaben zu Emissionen und Schadstoffen. Ohne diese drei Dokumente lässt sich ein Objekt bei einer Hygienebegehung kaum rechtfertigen.
Geeignete Materialien sind lackiertes Glas, behandeltes Metall und geprüfte Polymerblüten mit glatter, versiegelter Oberfläche. Tabu sind unbehandeltes Holz, Stoff, Rattan und offenporige Keramik.
Vor Kauf oder Installation helfen sechs Prüffragen:
- Lässt sich die Oberfläche vollständig glatt und porenfrei beschreiben?
- Liegt eine Reinigungsanleitung des Herstellers vor?
- Ist die Beständigkeit gegen das in der Klinik eingesetzte Desinfektionsmittel bestätigt?
- Gibt es Angaben zu Schadstoffen oder Emissionen?
- Ist das Objekt allergikerfreundlich, ohne Blütenstaub oder Duftstoffe?
- Passt die Risikoeinstufung des Aufstellorts zur Materialklasse?
Profi-Tipp: Lassen Sie sich das Materialdatenblatt vor der Bestellung zuschicken, nicht erst bei Lieferung. Nachträgliche Rückgaben wegen fehlender Hygienefreigabe kosten Zeit und Budget.
Deko-Ideen nach Klinikzone: Wand, Tisch und Grünpflanzen
Jede Zone verträgt eine andere Art von Gestaltung. Im Empfangs- und Wartebereich eignen sich großformatige, versiegelte Druckplatten mit verschraubter, rahmenloser Montage. Kunstbäume in geprüfter, wartungsfreier Ausführung setzen hier ruhige Akzente, ohne Gießen oder Schnitt zu verlangen.

In Behandlungs- und Untersuchungsräumen bleibt der Spielraum kleiner. Erlaubt sind minimale, desinfizierbare Tischaccessoires, etwa ein lackiertes Tablett oder ein glattes Metallgefäß. Textile Sammlungselemente wie Stoffdecken, Kissen oder Trockengestecke haben dort nichts verloren.
Im OP und auf der Intensivstation gilt grundsätzlich: keine Deko. Gestaltung entsteht hier über Farbwahl an Wänden und Decken, über Licht und über die Flächenform selbst, nicht über zusätzliche Gegenstände.
Das Konzept der sogenannten Healing Architecture, also einer beruhigenden, stressreduzierenden Raumgestaltung, lässt sich trotzdem hygienisch umsetzen:
- Farbflächen statt Bilder in Hochrisikobereichen.
- Indirekte Beleuchtung statt dekorativer Leuchtobjekte.
- Ein einzelner, geprüfter Kunstbaum im Wartebereich statt mehrerer kleinteiliger Objekte.
Fachliche Praxisberichte bestätigen diesen Ansatz: Healing Architecture ist erwünscht, darf aber die Reinigungsfähigkeit nicht einschränken, und die Hygienekommission muss bei jeder Maßnahme einbezogen werden.
Fachliche Begründung: KRINKO-Praxis und Herstellerbelege
Die KRINKO ordnet die Wahl von Dekoration klar dem Risikoprofil des Raums zu, desinfizierende Flächenreinigung bleibt dabei der Standard in patientennahen Bereichen. Glatte, porenfreie Materialien schneiden bei Hygienebegehungen regelmäßig besser ab als textile oder poröse Alternativen, die zusätzliche Sonderreinigungen nach sich ziehen.
Für Kliniken, die wartungsfreie Kunstbäume erwägen, zählen vor allem konstruktive Eigenschaften: eine versiegelte, glatte Oberfläche an Stamm und Blättern, keine offenen Poren, keine Pflegeflüssigkeiten, die Keimnährboden bieten könnten.
Vor jeder Installation empfiehlt sich ein kurzes Abnahmeprotokoll mit der Hygienefachkraft:
- Materialdatenblatt und Nachweis über VOC- beziehungsweise Schadstofffreiheit einfordern.
- Reinigungsanleitung und Reinigungsintervall festlegen.
- Verantwortliche Person für die laufende Kontrolle benennen.
Design und Hygiene dauerhaft vereinen: Eine redaktionelle Einordnung
Viele Kliniken behandeln Deko als nachträgliche Entscheidung, nach Bau und Hygienekonzept. Das dreht die Reihenfolge um. Eine Deko-Richtlinie gehört als fester Bestandteil in den Hygieneplan, nicht als Anhang. Wer Hygienebeauftragte schon in der Planungsphase von Bau- oder Renovierungsprojekten einbindet, spart sich spätere Nachbesserungen und Sonderfreigaben.
Wartungsfreie, desinfizierbare Lösungen zahlen sich dabei doppelt aus: Sie bestehen Hygienebegehungen zuverlässiger, und sie verursachen über Jahre hinweg weniger Austausch- und Pflegeaufwand als empfindliche Naturmaterialien.
— Marketing Team
Najama: Wartungsfreie Kunstbäume für geeignete Klinikbereiche
Für Empfang, Wartebereich und VIP-Lounge bieten wir wartungsfreie Kunstbäume mit pflegeleichten Materialien, gefertigt für eine lange Haltbarkeit. Lieferung, Aufbau und Miete übernehmen wir, auch für temporäre Projekte.

Die endgültige Hygienefreigabe für den jeweiligen Standort liegt bei der Hygienefachkraft Ihrer Einrichtung. Für kompaktere Empfangsflächen eignet sich unsere Bonsai-Kategorie, für großzügigere Wartebereiche unsere blühenden Kunstbäume. Wer zunächst testen möchte, bevor eine dauerhafte Anschaffung folgt, findet bei Rent a Tree eine Mietoption für Kliniken und Praxen.
FAQ
Welche Deko ist im OP oder auf der Intensivstation erlaubt?
Grundsätzlich keine zusätzliche Dekoration. Gestaltung entsteht dort über Farbe, Licht und Flächenform, da Oberflächen in diesen Hochrisikobereichen laut KRINKO durchgehend desinfizierbar und porenfrei bleiben müssen.
Dürfen Kunstpflanzen im Wartebereich einer Klinik stehen?
Ja, wenn die Oberfläche glatt, versiegelt und desinfizierend reinigungsfähig ist. Die endgültige Freigabe erteilt die Hygienefachkraft der Einrichtung auf Basis des Hygieneplans.
Was kostet ein Kunstbaum von Najama für den Empfangsbereich?
Der Preis wird je nach Modell und Ausführung individuell angegeben; aktuelle Angaben finden sich direkt in unseren Produktkategorien für Bonsai und blühende Bäume. Für Mietlösungen gilt dasselbe Prinzip über die Rent-a-Tree-Seite.
Wer entscheidet, ob ein Dekoobjekt in der Klinik zugelassen wird?
Die Hygienekommission beziehungsweise die Hygienefachkraft der Einrichtung, auf Grundlage des einrichtungsspezifischen Hygieneplans nach §23 IfSG. Lieferanten sollten dafür Materialdatenblatt und Reinigungsanleitung bereitstellen.
Was ist der Unterschied zwischen Reinigung und desinfizierender Flächenreinigung?
Reinigung entfernt sichtbaren Schmutz, desinfizierende Flächenreinigung reduziert zusätzlich die Keimzahl auf ein unbedenkliches Maß. Welche Variante nötig ist, richtet sich nach dem Risikoprofil des Raums.
Quellen
- Gesetze-im-internet
- Musterpräsentation: Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen – RKI (KRINKO)